Finanzmarktaufsicht Finma stellt sich neu auf

Gebäude der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht Finma in Bern
Die Finma wird umstrukturiert. (Bild: PD)

Der neue Direktor der Schweizer Finanzmarktaufsicht, Stefan Walter, baut seine Behörde um. Auch ein gewichtiger Abgang ist dabei zu verzeichnen.

Die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht bekommt ab dem heutigen Dienstag eine neue Struktur.

Die Finma schaffe einen neuen Querschnittbereich für «Integrierte Risikoexpertise» und die Bereiche «Märkte» sowie «Asset Management» würden zusammengelegt, teilte die Behörde gleichentags mit.

Vor-Ort-Kontrollen als Streitpunkt

Damit könne die Finma ihr Mandat, die Finanzmarktkunden und die Funktionsfähigkeit der Finanzmärkte zu schützen, noch effektiver wahrzunehmen, hiess es weiter.

Die neue Struktur stärke die integrierte Aufsicht und unterstütze eine vertiefte, direkte Aufsicht, insbesondere durch mehr eigene Vor-Ort-Kontrollen.

Bisher darf die Finanzmarktaufsicht bei Banken nur in Ausnahmefällen selbst Prüfungen vor Ort vornehmen.

Der neue Finma-Direktor Stefan Walter will aber an dieser Stelle vorwärtsmachen und die Geldhäuser analog zur Assekuranz stärker unter die Lupe nehmen können.

Neue Herausforderung extern

Die Leitung des neuen Bereiches werde Marianne Bourgoz Gorgé, bisherige Leiterin des Geschäftsbereiches Asset Management, übernehmen, teilte der Regulator weiter mit.

Zudem habe sich Birgit Rutishauser entschlossen, die Finanzmarktaufsicht per 30. April 2025 zu verlassen, erklärte die Finma.

Die Stellvertreterin des Direktors und Leiterin des Geschäftsbereichs Versicherungen werde sich nach fast neun Jahren ausserhalb der Behörde beruflich neu orientieren.

Der Wechsel habe nichts mit der neuen Organisationsstruktur zu tun. Vera Carspecken werde ad interim auf dem Posten der Versicherungsaufsicht folgen.

CS-Untergang von langer Hand geplant

Vom 1. Oktober 2023 bis zum 31. März 2024 amtierte Rutishauser als Direktorin ad interim und wurde dadurch der breiten Öffentlichkeit bekannt.

Sie musste den zurückgetretenen Direktor Urban Angehrn spontan ersetzen.

Organigramm der Finma
Finma-Organigramm (Bild: PD)

In dieser Zeit fiel ihr Auftritt vor den Medien, als sie das Datum 12. März 2023 nannte, an dem die Finma die Notfusion von Credit Suisse (CS) und UBS bewilligte.

Die Probleme bei der Krisenbank CS wurden aber erst am 15. März 2023 akut und die berühmte Medienkonferenz zum Untergang der Grossbank fand am 19.03.2023 statt, wie muula.ch berichtete.

Alles war also längst vorher vorbereitet.

Kampf um Ausrichtung

Bei der Schweizer Finanzmarktaufsicht gibt es mit dem neuesten Abgang bald kaum noch Personal, das längerfristig für die Behörde im Einsatz ist.

Der amtierende Direktor Walter, der selbst neu bei der Finma agiert, will die Finanzbranche aber an die kürzere Leine nehmen – doch dies stösst, wie die vermehrten Vor-Ort-Kontrollen, vielerorts auf Widerstand. Auch das Personal muss sich da wohl erst an die neue Gangart gewöhnen.

Aber eigentlich will die Schweiz einen schwachen Regulator, der die Finanzbranche nicht stark bremst.

Doch angesichts der «Betriebsunfälle» am Finanzplatz Schweiz geht dies wohl so nicht mehr so ohne Weiteres.

01.04.2025/kut.

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